Rolder Sandverwehung
Eine offene Sandfläche im Waldgebiet Boerdennen, wo die Einwohner von Rolde früher feierten und Kinder spielten. Seit 2016 wird die Sandverwehung wiederhergestellt.
Generationen von Einwohnern Roldes kennen die Sandverwehung von Festen, Sportwettkämpfen und Schulausflügen. Auch Kinder aus Groningen kamen in Scharen mit dem Zug nach Rolde, um im Sand zu spielen und sich am Kiosk des Betreibers Plest etwas Leckeres zu holen. In den Sechzigerjahren wurden hier sogar Autocross-Rennen gefahren.
Jahrhundertelang hatte der Wind auf den vielen Sandböden in Drenthe freies Spiel. Auch in Rolde: Selbst der Brink im Dorf lag unter Sand. Das war eine Plage für das Dorf und die Bauern. Die Boermarke, der diese gemeinschaftlich genutzten Flächen gehörten, setzte deshalb Sandherren ein, die die Folgen der Verwehungen begrenzen sollten. Durch Aufforstung und intensivere Landwirtschaft wurde der Sand später von fruchtbarem Boden bedeckt, und die Natur konnte sich frei entwickeln.
Auch die NSB, die niederländische nationalsozialistische Partei, kam hierher. In den Jahren des Nationalsozialismus hielt die Partei auf der Sandverwehung Massenkundgebungen ab, bei denen unter anderem Parteiführer Anton Mussert sprach.
Nach Jahren der Vernachlässigung war die Sandverwehung zugewachsen und fast vergessen, zum Ärger vieler Einwohner von Rolde. 2016 beschlossen die Boermarke Rolde, der Dorfverein Stichting Dorpsbelangen Rolde und der Geschichtsverein Rolder Historisch Gezelschap, sie gemeinsam wiederherzustellen. Bevor die Arbeiten begannen, wurde das Gelände gründlich untersucht. An der Sandfläche steht eine Informationstafel.