Nach der Schadensregelung, die der niederländische Staat mit den Bergbauunternehmen vereinbart hat, muss die Nederlandse Aardolie Maatschappij (NAM) insgesamt gut 80.000 Euro zahlen, zwischen 537 und 16.178 Euro pro Adresse. Darin sind Nebenkosten, etwa für die Reinigung, bereits enthalten. Nach Ansicht der Kommission reicht das nicht, um die Schäden zu beheben, und es sorgt zudem für Unmut, weil das Instituut Mijnbouwschade Groningen (IMG), das die Schäden im Groninger Erdgasgebiet regelt, meist mehr zahlt.
Die Kommission will Bergbauschäden deshalb vollständig ersetzen können, auch wenn ein Teil davon eine andere Ursache hat, und zwar mit einem Betrag, der ausreicht, um den ganzen Raum wieder instand zu setzen, wie es die Regelung des IMG vorsieht. Für die in Ekehaar und Hooghalen gemeldeten Schäden soll das rückwirkend ebenfalls gelten.
„Dieser Bericht fühlt sich wie eine Anerkennung für die Einwohner von Ekehaar an. Er bestätigt, was sie und wir als Gemeinde schon länger sagen: Die Regelung reichte nicht aus“, sagt Anno Wietze Hiemstra, Bürgermeister von Aa en Hunze.
Die Gemeinde erwartet in Kürze einen unabhängigen Evaluierungsbericht und danach einen Brief des Ministers an die Zweite Kammer des Parlaments über Ekehaar.
Kritik der Gemeinde
In zwei Punkten ist die Gemeinde mit dem Bericht nicht einverstanden. So hält die Kommission es für schlüssig, dass hier andere Regeln gelten als im Groninger Erdbebengebiet, obwohl dieses nur wenige Kilometer von Ekehaar entfernt liegt. In Groningen kann das IMG ohne aufwendige Untersuchung einen festen Betrag auszahlen oder die Schäden reparieren lassen, statt Geld zu zahlen.
„Ob man nun in Groningen, Drenthe oder Limburg wohnt: Wenn Schäden durch Bergbauaktivitäten verursacht oder verschlimmert wurden, müssen sie immer vollständig und großzügig ausgeglichen werden“, sagt Hiemstra. „Das darf nicht von einer Postleitzahl abhängen.“
Außerdem fragt sich die Gemeinde, ob eine so umfangreiche Untersuchung überhaupt nötig war. Für externe Gutachter wurden gut 443.000 Euro ausgegeben, die internen Kosten nicht eingerechnet, während rund 80.000 Euro an Schadenersatz ausgezahlt wurden. Nach Ansicht der Gemeinde steht das in keinem Verhältnis.
„Das hätte man im Vorfeld besser organisieren können“, sagt Hiemstra. „Mit weniger Bürokratie und mehr Konzentration auf die tatsächliche Instandsetzung.“
Vor allem Risse im Mauerwerk
Im Oktober 2023 gab es drei Erdbeben beim Gasfeld Eleveld, die nach Ansicht der Kommission durch die dortige Gasförderung verursacht wurden. Bis Ende 2024 gingen bei der Kommission 67 Meldungen über Schäden an Gebäuden ein, und ein Gutachterbüro besichtigte 61 Adressen vor Ort. Es fand vor allem Risse in Mauerwerk und Oberflächen sowie in Fugen zwischen Gebäudeteilen, fast immer Schäden, die bereits vorhanden waren und durch die Beben schlimmer geworden waren. Da bei keinem Gebäude die Tragkonstruktion beeinträchtigt war, bestand für die Bewohner keine akute Gefahr.