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Balloërkuil fünfmal ausverkauft für neue Fassung von Bij Klimmender Zonne

Die Balloërkuil, eine Heidesenke bei Rolde, war von Freitag, 29., bis Sonntag, 31. Mai, beim Freilichtspiel Bij Klimmender Zonne 2.0 fünfmal voll besetzt. Der Geschichtsverein Rolder Historisch Gezelschap holte damit ein Stück zurück, das 1895 dort für Königinregentin Emma und die junge Königin Wilhelmina gespielt wurde.

Ging es in dem Stück von 1895 um eine germanische Gerichtsverhandlung, so handelt die neue Fassung von einer Sitzung des Etstoel, der jahrhundertelang das höchste Gericht und die Regierung von Drenthe war. Dort muss sich ein Drenther für den Tod eines friesischen Mönchs in Rolde verantworten. Der größte Teil des Textes ist auf Drents, der Regionalsprache, und auch der Wolf, der Pflanzenschutz, der Stickstoff und Mountainbiker kommen vor. Jacco Fluks war der Erzähler, und zum Schluss sangen Chor und Publikum gemeinsam eine neue Drenther Hymne.

Die Premiere am Freitagabend konnte nur knapp stattfinden, weil das Team nach einem schweren Gewitter erst im letzten Moment fertig war. Auch 1895 sorgte das Wetter für eine Verzögerung, schreibt der Verein: Wegen eines Gewitters kurz vor Beginn mussten Emma und Wilhelmina damals eine Weile warten.

Anne Doornbos schrieb die Texte und führte Regie, unterstützt von Gerdien Veneboer. Martijje Lubbers erneuerte die Musik und leitete den Projektchor, und der Historiker Henk Nijkeuter beriet in geschichtlichen Fragen. Die Darsteller kamen von Laientheatergruppen aus Balloo/Loon, Rolde, Grolloo und Ekehaar. Freiwillige des Vereins brachten das Geld zusammen und kümmerten sich um die Organisation, mit Beiträgen der Gemeinde Aa en Hunze, der Provinz Drenthe, des Claas van Gorcumfonds, der Stiftung Rossing-Koops und des Genossenschaftsfonds der Rabobank Noord.

Pro Vorstellung passten etwa 150 Menschen in die Senke. Laut der Rolderpost, der Dorfzeitung von Rolde, wurde diese Höchstzahl mit den Anwohnern und der Naturschutzstiftung Het Drentse Landschap vereinbart, damit die Nachbarschaft und die Senke selbst so wenig wie möglich belastet werden. Der Nachbarschaftsverein De Spoorzoekers hatte das Gelände vorher hergerichtet.

Das Original wurde am Samstag, 7. September 1895, aufgeführt, als Emma und Wilhelmina von Assen aus mit der Kutsche nach Rolde fuhren und die Hünengräber besuchten. Staatsarchivar Gratama dachte sich dafür einen germanischen Prozess aus, in dem Theodgrim, Sohn des Aldgrim, für vogelfrei erklärt wurde, weil er 734 auf der Seite Karl Martells gegen die Friesen und Drenther gekämpft haben soll. Am Ende sagte eine Seherin voraus, dass das Land eines Tages von einer Frau regiert werden würde. Der Verein wollte das Stück schon 2020 zurückbringen, als er fünfzig Jahre bestand, doch wegen Corona fiel das aus.

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